Fahrwerkseinstellung
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Die deutsche R1 Fanpage


Die Fahrwerkseinstellung gehört wohl zu den Kapiteln, die am meisten Kopfzerbrechen bereiten. Das Zusammenspiel von Feder, Druck und Zugstufe ist für die meisten ein Pardoxon um das man sich gar keine Gedanken machen will. Sinn der ganzen Einstellerei ist es dafür zu sorgen, das das Mopped in der Lage ist bei Bodenwellen über diese hinwegzugleiten. Dabei sollte die R1 Fahrwerksseitig in der Lage sein die “Berge” und “Täler” in der Fahrbahn zu Schlucken. D.h. das Fahrwerk sollte genausoweit aus- wie einfedern können. Das erreicht mann durch den sogenannten Negativfederweg. Das ist der Federweg den die R1 durch Eigengewicht plus Fahrer im Stand einfedert. Optimal ist fast die Hälfte des Gesamtfederweges im voll ausgefederten Zustand (R1 in der Luft) also ca. 60- 65mm.

Ganz so schwer wie sich das immer anhört ist es aber, zumindest was die Abstimmung für die Strasse angeht, gar nicht. Wichtig ist es einen Helfer zu haben der das Mopped bei der Einstellerei hält.
Die erste Sache die eingestellt werden sollte ist die Federbasis- also wie weit federt das Mopped in Stand ein wenn ich mich draufsetze. Dafür sollten sowohl Druck als auch Zugstufendämpfung komplett geöffnet sein. Man dreht die entsprechenden Einstellschrauben vorsichtig gegen den Uhrzeigersinn bis es nicht mehr weiter geht, es also kein weiteres Klicken mehr gibt. Jetzt sind Zug und Druckstufe komplett geöffnet und das Mopped ruht nur noch auf den Federn.
Jetzt wird der Negativfederweg eingestellt, das ist der Bereich den das Mopped mit Fahrer im Stand einfedert. Als Messpunkt nimmt man an der Gabel am besten einen Kabelbinder, den man um die Tauchrohre bindet. Dann auf Mopped setzen und normale Fahrhaltung einnehmen( Hände an den Lenker, Füsse auf die Rasten). Nach dem absteigen kann man sofort sehen wie weit sich die Kabelbinder nach unten verschoben haben. Der Abstand zwischen Kabelbinder und Standrohr sollte jetzt ca. 30mm betragen (Die anderen 30 - 35mm, siehe oben, werden schon vom R1 Eigengewicht erreicht). Ist der Abstand zu groß wird oben an der Gabel die Federvorspannung erhöht in den man die Vorspannungs Einstellschrauben( immer beide ) im Uhrzeigersinn weiter eindreht (jeweils nur einen Ring), die Kabelbinder wieder hochschieben und sich erneut aufs Mopped setzen. Das solange bis die 30mm sich einstellen
Alles klar? Dann zur hinteren Feder. Hier funktioniert das mit dem Kabelbinder nicht, also sucht man sich den Messpunkt selbst. Am besten zwischen Steckachse und Sitzbank markiert man sich einen Punkt, der senkrecht über der Steckachse liegt. Auch hier sollte der unterschied mit oder ohne Fahrer bei 30mm liegen. Liegt er da nicht: Feder mit Bordwerkzeug eine Stufe härter wenns zu weit einfedert und weicher wenns zu wenig einfedert. Das wars mit der Vorspannung! Jetzt der schwere Teil.

Die Druckstufe stellt man am besten so ein: Druckstufe komplett zudrehen (gegen den Uhrzeiger) und vorn die Gabel bzw. hinten das Heck mehrmals schnell und tief einfedern. Dabei die Druckstufe so lange verringern (öffnen im Uhrzeigersinn) bis man merkt das die Einfederbewegung nur sachte durch die Druckstufe gedämpft wird. Nicht verzweifeln, das ist reine Gefühlssache. Das gleiche gilt für die Zugstufe, nur das wir dort das Ausfedern beobachten müssen. Kein Nachschwingen der Gabel sollte sichtbar sein.
Zum Testen Motorrad mittig belasten( auf den Tank drücken ) mal schneller mal langsamer. Wichtig ist das Front und Heck harmonisch federn, d.h. Ein und Ausfederbewegung sollten syncron erfolgen. Front und Heck sollten nicht nachschwingen wie z.B. ein kaputter Autostoßdämpfer!

Beim original Fahrwerk kann man auch folgende Einstellungen vornehmen ( für ca. 90kg Fahrer/ 2000er R1) und sich dann in eigenen Fahrversuchen an das Optimum herantasten.
Front: Federvorspannung 4 Ringe sichtbar, Druckstufe 4Klicks offen , Zugstufe 5 Klicks offen
Heck: Feder auf Stufe 9, Druckstufe 3 Klicks offen, Zugstufe 5Klicks offen

Wer viel probiert bekommt schnell das richtige Gefühl dafür.
                        

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